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Erwarte das Unerwartete

Die zweite Woche des Semesters bringt die ersten Erfahrungen, wie man von anderen wahrgenommen wird - und die allererste These namens "Dreistigkeit siegt". Gestern begann der Spanisch-Kurs bei einer anderen Dozentin als im letzten Semester - das erste Treffen dieses Kurses war eine einzige Groteske, aber das ist ein anderes Thema - und ich muss im Nachhinein sagen, ich war echt dreist. Eigentlich hatte ich jegliche Glaubwürdigkeit für diesen Tag eh schon für gescheitert erklärt: Hektik am Morgen und unvorteilhaft sitzende Bandagen erwiesen sich als denkbar dämlich Kombination, und da ich meine Bahn kriegen musste, blieb mir nichts anderes übrig, als mich damit abzufinden, dass man meiner Meinung nach selbst unter dem wirklich weiten Pulli, den ich schnell drüberzog, noch etwas erkannte, was eindeutig kein Mann vor sich her trägt. Die Haare machten sich einen Spaß draus, derart in alle Richtungen abzustehen, dass sie vom Gesicht so gut wie gar nichts mehr verdeckten und meine Stimme wechselte munter zwischen "erträglich" und "ich glaub, ich hör Miss Piggy quietschen" (*g*). Und dann kam, was kommen musste...

Die neue Dozentin bestand auf einer Kennenlern-Runde, bei der wir uns zuerst bei unseren Nachbarn mit Name, Alter, Studienfächern, Semester etc. vorstellen mussten und dann bei ihr. Ich glaube, es war der reine Trotz, dass ich nicht auf meinen eigentlichen Namen umgestiegen bin. Und es hat gewirkt. Die Dozentin hat einfach nur genickt und ist zum nächsten gegangen und meine Nachbarin hat beim Namen noch gar nicht und erst bei der Semesterzahl erstaunt geguckt, mehr aber auch nicht. Dass andere meist gar nicht auf die Idee kommen, dass jemand Grund haben sollte, einen anderen Namen zu nennen, zahlt sich scheinbar aus - lässt man sich keine Zweifel anmerken, wird sich vielleicht gewundert, dass der Typ da viel älter ist, als er aussieht, aber dass es ein Typ ist, wenn er das sagt, das hat offenbar ganz gute Chancen, unhinterfragt zu bleiben. Etwas, was ich mir merken werde, wenn es für die Glaubwürdigkeit mal wieder im wahrsten Sinne des Wortes schlecht aussieht. Bei der Gelegenheit kann ich dann gleich weiter testen, ob das ein Glücksfall war oder durchaus öfter funktioniert.

Dafür habe ich mich heute dann auf die Schnauze gelegt, als ich es nicht erwartet hätte. Noch ein neuer Kurs, wieder ein neuer Dozent, aber - eine schon vorgedruckte Teilnehmerliste dank vorheriger Online-Anmeldung. Und da man sich bei dem Anmeldeverfahren mit Matrikelnummer eintragen musste, wurden den Dozenten gleich die Namen ausgedruckt, die auch auf den Studentenausweisen stehen. Nun hatte betreffender Herr die ganze Stunde eben jene Liste noch keines Blickes gewürdigt und ich trug mich testweise in einer Liste für die Referatsthemen nur mit Nachnamen ein, da nicht ausdrücklich ein Vorname verlangt war. Einfach zum Test, wie es vor dem Vergleich dieser Liste mit der Teilnehmerliste ankommen würde. Lustigerweise fand ich mich heute eigentlich noch nicht mal sooo verdächtig - alles vernünftig weggebunden, Haare so weit ins Gesicht, dass man kaum noch was erkennen konnte, und kein schlimmes Gekiekse, als ich zwischendurch mal was gesagt hatte. Trotzdem ertönte plötzlich: "Frau M., sagen Sie mal schnell noch den Vornamen, dann schreibe ich den gleich dazu." Da blieb nur der echte Name, da er den früher oder später ja eh gesehen hätte. Auch okay, dafür habe ich ein wahrlich nicht damenhaftes Referatsthema abstauben können *g*: die Gewaltdarstellung in den Kurzgeschichten des norwegischen Horrorautors Sigurd Mathiesen - mir steht der Sinn mal wieder nach richtig makaberer Literatur.

25.10.07 01:15
 


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