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Gedanken und Vorbereitungen

Der Countdown läuft und ich stecke mitten in den Vorbereitungen. Am 15. Oktober beginnt das Semester und mit ihm mein Experiment. Über manche Aspekte meines Studiums habe ich in den vergangenen sechs Semestern reichlich geflucht und werde dies gewiss weiter tun, momentan erweist es sich allerdings als außerordentlich praktisch, denn nicht nur habe ich keine Konsequenzen außer dummen Sprüchen zu fürchten, sondern die Sache geht mit etwas Glück auch noch problemlos als eine Art philosophischer Versuch durch. Wozu ist man Literatur- und Philosophiestudent?

Bis das ganze allerdings von meiner Seite aus auch nur ansatzweise authentisch ist, werde ich die eineinhalb verbleibenden Wochen wirklich brauchen. Denn bisher habe ich zwar gewiss niemandem widersprochen, der mich vom Schreibstil her dem anderen Geschlecht zuordnetete, und hab seit langem den Teufel getan, irgendwem die biologische Realität auf die Nase zu binden, dennoch wurde es als unabänderlich akzeptiert, dass jeder, der mich persönlich sieht oder auch nur hört, sich schwerlich täuschen kann, als was mich die Natur geschaffen hat. Womit ich mich zeitweise auch durchaus ausgesöhnt und so etwas wie Akzeptanz erreicht zu haben schien, auch wenn ich letztendlich mehr als unrühmlich gescheitert bin und nicht nur mich selbst in diesem Prozess desillusioniert habe.

Einer meiner wichtigsten Vorsätze, die ich mir in der Vorbereitungszeit bereits immer wieder eintrichtere, ist, erstmal nicht zu viel darüber nachzudenken, was das Experiment für mich zu Tage fördern wird. Der wünschenswerteste Ausgang wäre sicherlich, zu merken, dass es doch nicht das Wahre ist. Es wäre das einfachste für mich und alle, die mich näher kennen. Aber selbst dafür muss ich meine Erfahrungen sammeln, wie es anders sein könnte - soweit das mit meinen momentanen Voraussetzungen eben möglich ist. Denn ohne das keine Antwort auf die Frage, ob es mir nicht besser gehen könnte, als es das in meiner jetzigen Rolle tut. Und ohne Antwort keinen inneren Frieden. Niemals. Das war wohl die wichtigste und auch schmerzhafteste Erkenntnis, die mein Gehirn in dieser Frage bisher herausrücken wollte. Der wahrscheinlichste Ausgang ist aber wohl, dass ich mich weiterhin irgendwie dazwischen durchwurschteln werde. Vielleicht mit ein paar neuen Erkenntnissen, dies emotional etwas verträglicher zu gestalten. Es ist das dritte mögliche Ergebnis, das erstmal aus meinen Gedanken verbannt wird: Es könnte die richtige Richtung, aber noch immer nicht genug sein - was dann? Ja, was dann... es ist diese höhnische kleine Stimme, die wohl jeder Mensch schonmal im Kopf hatte, die mich dies fragt. Rational betrachtet aber liegt die Chance dafür bei einem Drittel zu zwei Dritteln, dass es nicht so ist, und auch wenn Mathe zu Schulzeiten nicht gerade als mein Lieblingsfach zu bezeichnen war, in diesem Fall haben Zahlen etwas sehr Beruhigendes.

Die praktische Umsetzung hält mich eh ganz gut auf Trab. Gang und Körperhaltung sind von Natur aus passend (und haben mir in jungen Jahren einige Kommentare eingebracht *g*), mit der Stimme wird geübt (ich hab den aktuellen Stand neulich mal auf Rekorder gesprochen und es klang noch *sehr* nach Stimmbruch, aber selbst das ist besser als vorher), die Frisur wird wahrscheinlich morgen in Angriff genommen, was dann hoffentlich auch fürs Gesicht was bringt... Das im wahrsten Sinne des Wortes fetteste Problem sind die Proportionen. Und das, obwohl man mich eigentlich nicht als fett bezeichnen kann (außer man ist "pro Ana" - dann hat wohl jeder Mensch mit Normalgewicht eine Wampe wie ein Dinosaurier), die Verteilung allerdings und allgemein meine Körpergröße sind in dieser Hinsicht gelinde gesagt ungünstig - und offen gesagt zum Kotzen. Womit wir wieder bei ProAna und ProMia wären. Zwei "Lebensstilen" nebenbei gesagt, von deren Sinnhaftigkeit mich kein Dinosaurierarsch der Welt überzeugen wird.

Nun denn, morgen bin ich hoffentlich einen haarigen Schritt weiter.

4.10.07 03:51


Haarige Angelegenheiten

Seit gestern ist die Matte ab. Und ich bin froh drüber. Eine Überwindung war es schon, einen vier Jahre lang gezüchteten, gegen manchen blöden Spruch aus der Verwandtschaft verteidigten Zopf abzuschneiden, der zum Schluss immerhin fast bis zu den Hüften ging, doch wenn ich jetzt die Veränderung sehe, kann ich nur sagen: das war's wert. Was nicht heißt, dass lange Haare nicht weiterhin zu meinem persönlichen "Schönheitsideal" gehören. Aber mich mit meinen 1,57 m machen sie nun einmal eher zu einem 12jährigen Sprössling der Kelly Family denn zu einem androgynen Jüngling der griechischen Mythologie

Statt den hüftlangen Zotteln trage ich nun also ein leicht morrisoneskes  Gewuschel auf dem Kopf spazieren und finde es ziemlich cool. Erinnert mich ein wenig an eine Zeit in meiner Jugend, als 14jähriger Doors-Fan, Schreiberling schlechter psychedelischer Gedichte und enthusiastischer Arthur Rimbaud- und Oscar Wilde-Bewunderer. Wenn man davon absieht, dass ich inzwischen acht Jahre mehr auf dem Buckel habe (von denen einige gut und gern zu einem großen Teil in der geistigen Versenkung verschwinden dürfen) und die schlechten psychedelischen Gedichte anderen Schreibversuchen von nicht weniger zweifelhafter Qualität gewichen sind, eine Zeit, die sich von der jetzigen atmosphärisch nicht allzu sehr unterscheidet.

Wenn nicht zu dem Preis, noch einmal vier Jahre Schule vor mir zu haben, wäre ich manchmal gern noch mal 14 - könnte ich das heutige Wissen mitnehmen, würde ich manches verdammt anders machen. Wobei ich bezweifle, ob ich es wirklich besser oder einfach nur anders machen würde.

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@Lucretia: Danke für den netten Gästebuch-Eintrag! Die Parship-Anzeige ist mir auch schon aufgefallen - zumindest passt sie farblich aufs Weblog (und ich frage mich, ob man gewisse Gemeinsamkeiten mit Herrn Wilde hat, wenn man sich Gedanken darüber macht, ob die lästige Werbung wenigstens in die Farbgestaltung passt *g*).

6.10.07 00:49


Generalprobe, Fotos und... das StudiVZ

Letzter Tag der Semesterferien. Das an sich ist wenig Grund zur Freude, immerin habe ich die letzten Wochen nach Abgabe meiner Seminararbeit aufgrund eines Krankheitsfalls in der Familie eher dort verbracht, als sonderlich kreativ zu werden, so dass ich einige Ideen nun schon zum ich weiß nicht wie vielten mal aufgeschoben habe. Und leider sind die Kurse, in denen man nebenbei unauffällig ein wenig schreiben kann, dieses Semester spärlich gesäht. Dazu gesellt sich eine gewisse Nervosität, dass das Experiment morgen also offiziell losgeht. Während meine Stimme mich immernoch munter veralbert. Als ich zuletzt draußen war, quatschte mich jemand auf der Straße an - und das ausnahmsweise mal freundlich - und bekam als Antwort ein derartiges Gekrächze und Gekiekse zu hören, dass er doch recht verdattert dreinschaute. Ich bin wahrlich gespannt auf die Peinlichkeiten, die mich in der Uni noch erwarten werden. Aber Nervosität gehört dazu. Und Generalproben müssen schiefgehen.

Gestern abend habe ich mich außerdem aufgerafft, die Verwandlungsfortschritte und auch Verwandlungsprobleme bildlich festzuhalten. Zugegeben, letztere überwiegen. Was nicht heißt, dass es die Fortschritte nicht gäbe - denn bevor man entsetzt darauf starrt und sich fragt, wo da die Verbesserung ist, sollte man sich an das Vorher erinnern. Etwas, was ich im Übrigen auch erstmal tun musste *g* Eine Größe von 1,57 m lässt sich nicht wegretuschieren, und ein Gesicht, mit dem man sogar als Frau immer ein paar Jahre jünger geschätzt wird, auch nicht. Dementsprechend hat sich durch den objektiveren Blick über Fotos an meiner Einschätzung "wie höchstens 14" nichts geändert, aber der allgemeine Stil macht doch noch mal was aus: weite Hosen und schlabbernde Kapuzenpullis verstecken manches ganz gut, aber erstens verstärken sie die Kindlichkeit und zweitens komme ich mir wie ein Idiot vor, wenn ich wie ein kleiner HipHopper in schwarz durch die Gegend schlurfe, nur damit auch wirklich keiner merkt, dass da was nicht stimmt. Bleibt besagter Pulli also Jackenersatz für mieses Wetter und ich bleibe bei meinem bevorzugten Stil - dann geh ich vielleicht für 14 durch, aber für 14, möchte ich mal ganz dreist meinen, bin ich dann ziemlich originell

Wer es weiß, sieht natürlich, was Sache ist: Obenrum bekomme ich gewisse unerwünschte Proportionen inzwischen soweit wegbandagiert, dass man schon nah dran stehen oder sehr genau gucken muss, damit es auffällt, blöderweise habe ich um die Hüften rum aber sogar noch mehr Umfang als oben und da lässt sich nichts wegbinden. Das Phänomen Entenarsch wird mir also erhalten bleiben. Könnte allerdings krasser sein - und da sind wir bei einem Punkt, den man über seine Frustration nicht vergessen darf: so genau wie man selbst, guckt sonst niemand. Die meisten Menschen wissen schlichtweg nicht, dass es Leute wie mich gibt. Oder kennen das Phänomen wenn überhaupt nur in umgekehrter Richtung. Sie werden mich also als irgendwas einordnen und dann entweder denken "Den Jungen könnt man ja fast für'n Mädchen halten" oder aber "Das Mädel ist ja flach wie'n Brett". Oder sie werden schlichtweg nicht wissen, was sie vor sich haben. Und letzteres ist definitiv schon mal ein Fortschritt. Ich spiele gerade noch ein bisschen mit dem Bildbearbeitungsprogramm, da manche an sich langweilige Fotos in schwarzweiß oder ein wenig verdreht recht nette Effekte geben. Hier allerdings, wie einigen Lesern versprochen, ein unbearbeitetes Bild, auf dem man auch was erkennt:

Oxumaré

Nun das StudiVZ. Dort wollte ich mich nämlich zu Semesterbeginn anmelden, in dem schönen Glauben, das könnte doch nicht so schwer sein: Name, Uni, fertig. Na von wegen! Das Anmeldeformular bestand auch noch auf Geschlecht und Geburtsdatum. Widerwillig rückte ich also letzteres raus und probierte, ob sich das Programm nicht täuschen ließe... Tat es nicht - es zeigte mir folgende Fehlermeldung: "Bei uns können sich nur männliche oder weibliche Wesen anmelden!" Ein überaus interessanter Satz: Darf ich also davon ausgehen, wenn ich ein männliches oder weibliches Rindvieh wäre, dürfte ich mich anmelden? Sofern ich irgendwie mitteilen könnte, ob ich denn ein Stier oder eine Kuh bin? Faszinierend. Zu schade, dass es die Antwortmöglichkeit "Hornochse" nicht gibt... nicht nur als Alternative, sondern auch als zusätzliche Charakterisierung wohlgemerkt.

14.10.07 17:16


Da bei mir schon den ganzen Abend beharrlich die Kommentarfunktion streikt und ich aus welchem Grund auch immer nicht antworten kann, poste ich die Antworten jetzt hier:

@Lucretia:

Hi!

Bei mir hat es eher was mit einer gewissen literarischen Figur zu tun Ist eine der unzähligen vagen Ideen, die mir so im Kopf herumschwirren, dass Vincent damals bei seinem Tauchgang eine Hand voll Muschelschalen zu fassen bekommen hat, die er später auf ein Band gefädelt und aufgehoben hat, als Beweis, dass man fast alles irgendwie überstehen kann - und dass James ihm eventuell eines Tages in Tortuga begegnen und ihn nach den zwei Jahrzehnten daran identifizieren könnte.
Dass Brian so ein Teil hat, ist mir allerdings auch nicht entgangen und ist noch ein nettes zusätzliches Detail, zumal es für mich von Brian wiederum nicht weit zu Salvador ist *g* Du hast doch auch so eine Muschelkette oder bringe ich da jetzt was durcheinander?
Gerade aus der Nähe ist das größte Problem immernoch das Gesicht - zu klein geraten kann man in jedem Alter sein, aber ein Erwachsener, bei dem sich nicht mal der kleinste Ansatz von Bartwuchs ausmachen lässt, ist wahrlich selten. Freut mich trotzdem, wenn es für dich nicht wie 14 wirkt. Und die Vorstellung von Johnny Depps kleinem Bruder hat immerhin was - bedeutend besser als die Vorstellung, am Ende für ein Mitglied von Tokio Hotel gehalten zu werden (ja, alles schon befürchtet... und ich frage mich gerade, was mein Gehirn für Horrorvisionen ausspucken kann, wenn die Kelly Family von Tokio Hotel abgelöst wird *g*).
Yep, Lieder in tieferer Tonlage mitsingen versuche ich auch. Nun kann ich allgemein kein bisschen singen, aber dafür soll es egal sein, dass ich nicht wirklich die richtigen Töne treffe, hört ja eh keiner, von daher versuche ich nur drauf zu achten, es es nicht so quiekt und fiepst. Das Gekrächze entsteht eigentlich auch nur daraus, dass man vom tiefer sprechen ziemlich schnell heiser wird, wenn man es nicht gewohnt ist, aber das legt sich vielleicht noch und bis dahin klingt es zumindest nicht *zu* mädchenhaft. Ansonsten übe ich halt einfach sprechen. Danke jedenfalls für den Nick Cave-Tip, das probier ich aus!
Denke mal, ich werd mich schon anmelden.

Danke!

 

@Die Frau vom Meer:

Hm... ich glaube, manches, was ich so von mir gebe, braucht ein ähnliches Vorwort wie deine Essays. Übertreibung kann verdammt reinigend sein. Ich kann mich den ganzen Tag wie ein Irrtum der Natur fühlen und den Mund drüber halten - oder ich kann mich einmal so bezeichnen, müde drüber schmunzeln, was mir da jetzt schon wieder für eine Formulierung eingefallen ist, und dann fürs erste aufhören, mich so zu fühlen. Letzteres ist mir lieber.

Was nun speziell den "Entenarsch" betrifft, geht es einfach darum, ob mich bestimmte Details verraten oder nicht, völlig unabhängig davon, ob sie gut, schlecht, ungewöhnlich, normal, schön, hässlich oder sonst was sind, was eh Ansichtssache ist. Und erst recht unabhängig davon, wie ich sie an anderen finden würde. Nenn mir einen Grund, warum ich dich für Godzilla halten sollte. Und vor allem einen, warum ich es nicht "in deiner Gegenwart aushalten" sollte. Denn dass ich das tue, weißt du. Und ich halte es verdammt gut aus, nebenbei gesagt.

Beim StudiVZ hat es mich nicht geärgert, dass es keine dritte Antwortmöglichkeit gegeben hat, denn dass davon jemand Gebrauch machen würde, wäre wohl wirklich selten. Es hat mich geärgert, dass man da überhaupt drauf antworten musste - ja, wahrscheinlich zu Unrecht geärgert, weil auch hier niemand ahnen kann, dass jemand so eine Standardfrage nicht beantworten mag - und der Satz der Fehlermeldung hat meinen Sarkasmus herausgefordert. Die Macher des StudiVZ habe ich mit der Bezeichnung "Hornochse" allerdings überhaupt nicht gemeint, das war einfach ein Wortspiel mit der Deutbarkeit in Richtung Neutralität wie auch in Richtung Dummheit, die das Wort für mehr als nur ein paar "Neutrale" zutreffen lassen würde. Immerhin beherbergt die Seite ein paar Gruppen mit "Alkohol" und ähnlichem im Namen, deren Ruf so weit hinaus schallt, dass man von ihrer Existenz weiß, bevor man auch nur angemeldet ist. Dass der Absatz schludrig formuliert und das Missverständnis somit vorprogrammiert war, gebe ich allerdings zu, nachdem ich es nach deinem Hinweis noch mal gelesen habe. Kann ich meinentwegen editieren.

15.10.07 01:07


 Die Kommentarfunktion funktioniert bei mir immernoch nicht, was mir so langsam ziemlich auf den Keks geht, weil sie allgemein ja funktionieren scheint, aber dann eben noch mal auf diesem Wege. Ich kann versuchen, wenn es wieder funktioniert, das ganze Kommentarchaos irgendwie so zu editieren, dass es wieder alles zusammenhängt.

@Die Frau vom Meer: 

Einmischen ist doch erlaubt, dafür gibt's die Kommentarfunktion

Okay, ich versteh, wie du drauf kommst, und auch, dass man sich angegriffen fühlt, wenn jemand gewissermaßen direkt neben einem über etwas redet, was einen auch betrifft. Was das angeht, hätte ich es wahrscheinlich wirklich besser wissen müssen, denn ich stehe selbst oft genug neben Leuten, die darüber reden, was sie so abstößt, und denke "Gut, dass ihr nicht wisst..." Von daher hätte ich es wohl ahnen können, wie so eine Aussage rüberkommen kann, wenn ich mir den Beitrag vor dem Abschicken mal aus "Außensicht" durchgelesen hätte. Etwas, woran ich demnächst einfach mal zu denken versuche, auch wenn ich nicht versprechen kann, dass ich alle Missverständnisse finde - manche Annahmen, die man über seine eigenen Aussagen macht, sind für einen selbst ja so selbstverständlich (obwohl sie objektiv betrachtet nicht selbstverständlich sind), dass man sie überhaupt nicht bemerkt, bis jemand einen darauf hinweist, wie eine Aussage bei ihm ankam.

Ob du es mir nun glauben wirst, weiß ich nicht, aber ich kann nur sagen, dass ich da, wie auch immer es klang, überhaupt nichts darüber sagen wollte, was ich schön oder hässlich finde, da ging es mir wirklich nur um praktische Gesichtspunkte für mein konkretes Ziel - und ich denke nichts dergleichen über dich, wie du es offenbar befürchtest. Ich kenne die Befürchtung, dass jemand einem sowas nur aus Höflichkeit nicht ins Gesicht sagt, aber sich insgeheim doch seinen Teil über einen denkt, von daher weiß ich, wie schwer es ist, da nicht trotzdem Ablehnung zu wittern, aber es ist hier nicht so. Was man denkt oder nicht denkt, lässt sich nun nicht beweisen, von daher hoffe ich einfach, dass du mir das zumindest glauben kannst, egal was du berechtigterweise von gewissen Formulierungen in dem Beitrag hältst.

Naja, zu einem gewissen Grad ist das schon mein Problem, wenn ich *zu* missverständlich schreibe. Jetzt auf die Schnelle weiß ich nicht, wie ich den Beitrag editieren soll, so dass er nicht mehr missverstanden wird, ohne den ganzen Sarkasmus kaputt zu machen, aber ich guck mir den irgendwann in Ruhe noch mal an. Und dann antworte ich auch auf deine PN, nun darf ich mich dank Sekretariatsbesuchen und den seltsamen Terminen des neuen Norwegischkurses bis neun Uhr abends in die Uni begeben - yeah -.-

15.10.07 13:21


Die ersten zwei Tage...

...liegen hinter mir und noch läuft alles ganz locker. Der neue Aushilfstyp im Sekretariat guckte zu meiner Freude etwas irritiert, als ich nach einem Schein aus dem letzten Semester fragte, meinen Namen nannte und er daraufhin mit einem Zettel, auf dem "Frau M." stand, und der Frage "Ist das deiner?" zurückkehrte, die Vorbesprechung des Norwegisch-Kurses gestern abend dauerte nicht lange, weil der Dozent noch mit ein paar Leuten in die Kneipe wollte, und die Philosophie-Vorlesung heute war eher langweilig, wurde aber noch nicht von einer Literaturvorlesung und dem Spanischkurs abgelöst, die beide erst nächste Woche beginnen. Morgen früh werde ich wohl sehen, wie es nach einigen Semestern ohne diese Sprache um mein Altnordisch bestellt ist, und am Nachmittag dann erstmals in einen Kurs kommen, wo ich voraussichtlich niemanden kennen werde und mich somit auch niemand kennt - bis auf den Dozenten, aber der wird mich bei seinen vielen Studenten möglicherweise schon vergessen haben, zumal man mich im Vergleich zu dem letzten Kurs, den ich Anfang 2006 bei ihm gemacht habe, wirklich kaum noch wiedererkennt. Hat was, irgendwo hin zu kommen, wo einen niemand als "Frau M." kennt...

16.10.07 21:36


3. Tag

Heute morgen nix mit Altnordisch, stattdessen ein Zettel an der verschlossenen Tür, dass der Kurs doch erst nächte Woche beginnt. Das übliche Semesteranfangschaos. Im Literaturwissenschaftskurs am Nachmittag habe ich mich in die Anwesenheitsliste mit der männlichen Form meines Vornamens eingetragen, allerdings mit Absicht sowohl dabei als auch bei allen anderen Angaben ziemlich krakelig geschrieben, um mich bei eventuellem Wiedererkennen auf die Frage "Sie heißen doch......?" mit einem lässigen "Steht das da nicht?" und meiner Sauklaue rausreden zu können.

Ansonsten tut sich noch nicht allzu viel, bis auf dass ich merke, dass es mir besser geht, wenn ich mich auf der Straße bewege. Trotz teilweise peinlich genauem Achten auf eine günstige Körperhaltung, weil sich gerade bei windigem Wetter und wenn man schnell geht doch mehr unter der Kleidung abzeichnet, als erwünscht ist, bewege ich mich doch natürlicher als vorher. Was eine Menge über das Vorher aussagt. Außerdem ist die eigene Körperwahrnehmung, auch wenn man sich nicht wirklich darüber täuschen kann, was unter Kleidung und Bandagen steckt, doch schonmal eine andere - und so lange ich verdränge, dass sie nur "gepfuscht" ist, fehlt doch eine ganze Menge des unangenehmen Gefühls, das mich meist beim Gehen begleitete und daraus resultierte, wahrzunehmen, in was für einer Art von Körper ich mich da bewege. Bin gespannt, inwiefern das anhält oder einfach anfängliche Veränderungseuphorie ist.

Ansonsten ist "Euphorie" eine eher schlechte Beschreibung für meine aktuelle Stimmung, aber das liegt eher an unkooperativer Kreativität sowie einem gewissen Hadern mit der Art meiner Texte. Dazu -eventuell- ein andernmal, obwohl es, wenn überhaupt, nur am Rande hierher gehört. Für heute versuche ich den Tag irgendwie ausklingen zu lassen...

18.10.07 01:29


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