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Dies ist das Tagebuch eines möglicherweise ansatzweise philosophischen, vor allem aber persönlichen Experiments.

Oxumaré ist der Name einer afro-brasilianischen Wasser-, Schlangen- und Regenbogengottheit, die Intelligenz, Kreativität und Ästhetik symbolisiert und dabei an einem der vermeintlich unüberwindbarsten Gegensätze der menschlichen Kultur rüttelt: dem Dualismus der Geschlechter. Er/Sie, der Mythologie nach als Mann geboren, lebt sowohl eine männliche als auch eine weibliche Existenz und wird mit Selbstverständlichkeit als beides empfunden, was diesem Weblog seinen Namen einbrachte. Eine Wertung der Religion und Kultur, der diese Gottheit entstammt, oder gar eine Zugehörigkeit impliziert dieser Name nicht. Mythologische Figuren und Motive sind vor allem Archetypen und Symbole - und als solche möchte ich sie hier verstanden wissen.

Das Experiment ist für die Zeit von Mitte Oktober 2007 bis Mitte Februar 2008 angesetzt. In diesen vier Monaten werde ich so gut wie möglich die Rolle des biologisch anderen Geschlechts annehmen -was "so gut wie möglich" dabei genau bedeutet, wird sich herausstellen: meine körperlichen Voraussetzungen sind denkbar schlecht, mein Ehrgeiz dafür um so größer.  Ich spreche bewusst vom "biologisch anderen" Geschlecht, da ich nicht in der Lage bin, mich als Person eindeutig als männlich oder weiblich zu definieren. Eventuell werde ich mich dauerhaft als etwas dazwischen fühlen, möglicherweise ist das Eingeständnis der Ungewissheit jedoch auch die Vorstufe einer Gewissheit. Das Experiment selbst ist das Ergebnis jahrelanger Zweifel, die bloßes theoretisches Nachdenken nicht beseitigen konnte, und die offenbar nach einem lebensnaheren Ansatz verlangen, den sie nun bekommen sollen. Als Nebeneffekt wird dieser Versuch mir wahrscheinlich einige Eindrücke einbringen, anhand welcher Merkmale und Verhaltensweisen man von der Umwelt als männlich oder weiblich wahrgenommen wird, die ich fernab solch peinlicher Analysen à la  "Warum Männer Arschlöcher sein können und Frauem ihre Handtasche lieben..." ebenso hier festhalten werde wie meine persönlichen Erfahrungen während des Experiments.

Was die nächste Frage aufwirft...

Muss man sowas öffentlich machen? Ja. Aber zugegeben, die Frage hat auch mich beschäftigt. Die Argumente dagegen, im Internet über so ein heikles und immer auch persönliches Thema zu schreiben, sind mir bekannt. Fakt ist, hätte jeder sich davon abschrecken lassen und seine Identitätsfindung beschämt mit sich selbst ausgemacht, würde ich heute noch denken, im besten Fall der einzige Freak dieser Art auf der Welt zu sein und im schlechtesten Fall an einer Krankheit zu leiden, die endlich geheilt werden muss. Dass ich mir nach vielen Jahren endlich die Chance einräume, vorurteilsfrei auszutesten, was Sache ist, anstatt einfach nur irgendwie damit leben zu müssen, was die Natur für mich entschieden hat, habe ich der Tatsache zu verdanken, dass vor mir schon ein paar andere Leute den Mut hatten, ihre Erfahrungen zu teilen. Das ist meiner Meinung nach Grund genug, nicht nur über mein Experiment zu schreiben, sondern dabei auch kein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Wer das nicht verträgt, stark konservativ oder homophob ist, ist hiermit offiziell gewarnt, dass meine Gedanken ihm höchstwahrscheinlich nicht gefallen werden.

Der Rest ist herzlich willkommen.

 

 

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